Begegnung mit den KOGI

Vortrag – Indigenes Wissen in der modernen Welt

22. September 2022 im Rathaussaal Linz

(Die Kogis sind einen Tag in Österreich während ihrer Europareise 2022)

Details und Anmeldung unter

Kogis in Österreich 2022

Die Kogi (Kággaba) sind ein indigenes Volk aus der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Seit 4000 Jahren bewahren sie trotz Kolonialismus und Industrialisierung ihr lebendiges Wissen zur Aufrechterhaltung des ökologischen, sozialen und spirituellen Gleichgewichts in der Welt…

2019 begegnete ich ihnen in Santa Marta auf Distanz an manchen Ecken. Beobachtend standen sie in weiß gekleidet und ich hatte Scheu sich ihnen zu nähern. Ich wusste, dass es Reisebüros gab, die Touren auf die Sierra Nevada anboten. Sie waren nicht in meinem Budget drin. Ein Bekannter von einem Bekannten wollte mich dann führen, musste aber dann absagen. Ich erfuhr von dem Hotelbesitzer, dass es sich dabei um Kundschafter des Pueblo Indigena Chairama, ein im Parque Tayrona liegendes Dorf handelt. Sie informieren ihre Dorfbewohner mit den neuesten Entwicklungen, beteiligen sich allerdings nicht. Dann entschloss ich mich drei Tage in den Nationalpark Tayrona zu gehen, der teilweise an wunderschöne und teilweise an gefährliche Strände führte.

 Anfangs begegnete ich vielen Wanderern, die sich dann in dem weitläufigen Gebiet verteilt hatten. Der Regenwald dahinter, schien für viele Touristen eher uninteressant. Ich aber wollte auch zu dem Dorf mit indigener Bevölkerung.

Allerdings steil hinan auf Steintreppen, die zum Teil versperrt waren. Ich folgte dem Weg bis zu einer Absperrung mit Stacheldraht …und wartete …und trommelte …und wartete …und trommelte. Kein Mensch reagierte, – als ich aber die Augen öffnete, saß plötzlich ein Geier neben mir und hörte meinem Trommeln zu. Durch meine rasche Kopfbewegung flog er leider erschrocken davon.
 Als ich schon zusammenpackte, kam gerade ein Pärchen von der anderen Seite der Absperrung. Sie erzählten mir, dass sie im Dorf gewesen sind, aber mit sehr viel Ablehnung konfrontiert waren. Ich könne es trotzdem probieren. Ich war motiviert, – also los, rauf … doch es war wirklich, wirklich kompliziert … aber lohnend.

Eine Herde Affen verfolgte mich eine Zeitlang, dann ein Riesenhamster, der seelenruhig in der Nähe saß und futterte. Als es vier Uhr wurde, war ich eigentlich schon knapp vor dem Dorf, dennoch drehte ich bei einem Riesenbaum um, einerseits, weil ich den Wunsch nach Abgeschiedenheit der Menschen respektieren wollte und zum anderen lief mir die Zeit davon. Ich wollte nicht in die Finsternis kommen. Genau im richtigen Augenblick kam ich, bereits in der Dämmerung, ziemlich geschafft wieder im Zeltlager an.

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