Sonnwendkräuter – Sonnenkräuter

Wir stehen kurz vor der Sommersonnenwende, also dem längsten Tag des Jahres und der kürzesten Nacht. Für die Natur heißt es auch, am Höhepunkt des Jahres angekommen zu sein. Viele Heil,- und Wildkräuter stehen jetzt in ihrer vollen Kraft. Die Sonnenenergie ist in diesen Pflanzen besonders hoch und während der dunklen und kalten Jahreszeit, schenken sie uns von innen heraus ihre Sonnenkraft. Genau diese Kräuter, die uns im Winter ihre Kraft schenken, werden gerne Sonnenkräuter genannt.

Ein richtiges Ritual ist es bei mir geworden, dass ich zu Vollmond um die Sommersonnenwende herum – oder auch Litha genannt, aus diesen Sonnenkräutern meine Räucherbündel wickle. Auch sie schenken mir mit ihrem Rauch in der dunklen Zeit, etwas Sonne. Je nachdem welche Kräuter in der Zeit schon wachsen und blühen, denn es ist natürlich jedes Jahr etwas anders. Ich nehme mir dazu sehr viel Zeit und entscheide intuitiv, welche Kräuter ich mit anderen gemeinsam mische. Doch welche Kräuter gehören denn nun zu den typischen Sonnen,- bzw. Sonnwendkräutern?

Sonnwendkräuter

Unsere Vorfahren sahen ja in vielen Pflanzen magische Wesen und ein paar tolle Sonnenkräuter, die auch so eine Geschichte erzählen, hab ich für dich heute zusammengeschrieben.

Allen voran steht für mich das sonnendurchtränkte Johanniskraut. Es wirkt antidepressiv und entzündungshemmend und aus den Blüten lässt sich das berühmte Rotöl herstellen.

Infos Johanniskrautöl

Laut Wolf Dieter Storl, sollen die Blüten etwas vom Blut eines geköpften Heiligen enthalten. Und in der Tat ist das Johanniskraut sehr magisch. Es fand bei Gewittern Verwendung. Nahte ein Gewitter, so glaubte man, dass man Haus und Hof mit Johanniskraut im Herdfeuer, vor Schaden bewahren könne.

Ein weiteres Heilkraut ist der Arnika. Der Arnika, wurde früher als „Wolfskraut“, bezeichnet und um die Felder gesteckt. Das hatte natürlich einen ganz besonderen Grund. Den Spirit – die Kraft der Getreidepflanzen nannte man in heidnischen Zeiten „Kornwolf“. Sobald dieser das Feld verließ, verdorrte das Korn. Damit der Kornwolf nicht verschwand, steckten die Bauern Arnika rund um ihre Äcker. Und als sogenannte Wolfspflanze konnte sie natürlich den Kornwolf daran hindern, das Feld zu verlassen. Der magische Beifuß war bei unseren Vorfahren immer schon ein heiliges Kraut. In der germanischen Mythologie wurde er sogar Thorwurz genannt, so soll der Donnergott Thor einen Beifußgürtel getragen haben, um seine eigene Heilkraft zu verstärken.

Das Eisenkraut war in der Antike eines der bekanntesten und am weit verbreitetsten magischen Pflanzen. Er war ein Liebling von Hexen und Magiern und früher ein beliebtes Gastgeschenk unter Königen. Eisenkraut hat eine hohe magische Kraft und man verwendete ihn früher, z.B. für die Liebe, Geld und Glück, oder Schutz und Gerechtigkeit.

Die Kamille wird auch gerne als die Augenbrauen Baldurs bezeichnet und gilt als Sinnbild für Bescheidenheit und Kraft. Babys und Kleinkindern hängte man ein Sträußchen Kamille übers Bett um sie zu beschützen. Auch als Liebeszauber kam die Kamille zum Einsatz. Auf einem Bettlaken verteilt, solle er die Leidenschaft steigern.

Holunderblüten bzw. der Hollerbusch, war schon immer eine magische Pflanze. Zur Mittsommer-nacht unter einem Holunder Platz nehmen, soll eine Reise in die Anderswelt fördern und erleichtern, weil sich hier das Tor zur Unterwelt befindet. Dort könne man dann Elfen und Feen sehen.

Als Blume der Unverwundbarkeit gilt die Schafgarbe. Achilles soll nach der Schlacht bei Troja, die Wunden eines Freundes mit der Schafgarbe behandelt haben und kam diese Heilpflanze zu ihrem Namen. Sie ist ein richtiges Frauenkraut und sowohl der Göttin Freyja und auch der Venus geweiht. Deswegen wird sie auch gerne „die Augenbrauen der Venus“ genannt.

Die Blutwurz unterstützt unsere mystische, unbewusste und auch weibliche Seite. Sie verbindet uns auch mit den Kräften des Mondes. Aus der Wurzel hat man als Schutz vor bösen Einflüssen, ein Amulett getragen.

Hexenmehl oder Teufelsklauen sind nur 2 mystische Namen für den Bärlapp. Bärlapppulver dienten Schamanen, Druiden oder Hexen dazu, um Effekte bei Ritualen und im Feuer zu erzeugen. Kränze an der Tür sollten Hexen den Eintritt verwehren. Im Schuh getragen, sollten die Blätter dazu führen, einen Gerichtsprozess zu gewinnen.

Mit einer mystischen Vergangenheit, kann die Königskerze aufwarten. Neben der Verwendung als Heilpflanze, war sie als Wetterpflanze bekannt, um den Winter zu bestimmen. Ein Blüten-kranz am Stängelende, so ein langer und schneereicher Winter. Befand sich der Kranz am Anfang, so erwartete man einen frühen Wintereinbruch. Öffneten sich die Blüten auf dem ganzen Stängel, sollte es ein normaler Winter werden.

Die Ringelblume soll früher als Liebeszauber verwendet worden sein. Ringelblumengirlanden um Türpfosten geschlungen, soll böse Mächte fern halten. Sie bietet Schutz und Treue, so wird es in der Mythologie beschrieben. In der germanischen Mythologie steht die Ringelblume unter dem Einfluss von Freya und demnach der Fruchtbarkeit. Sie vermehrt sich rasch und ist aus dem Garten kaum mehr weg zu bekommen.

Der Rainfarn symbolisiert Unsterblichkeit. Die Ägypter verwendeten ihn unter anderem zum Einbalsamieren von Mumien, deswegen auch eines seiner Volksnamen – Totenkraut. Im Mittelalter verwendeten Kinder die Blüten als Spielgeld, weil sie wie goldene Knöpfe aussehen. Mit Sträußen nur aus Rainfarn zur Kräuterweihe um den 15. August glaubte man, sich damit vor Hexen und Zauberern schützen zu können. Dazu warf man die Sträuße in den Herd und verbrannte sie.

Je nach Region, gibt es natürlich unterschiedliche Sonnwendkräuter und deren Bräuche. Ich gebe nur das weiter, was mir überliefert wurde. Natürlich habe ich diese jedoch auch selber adaptiert. Ich bin kein Fan von dogmatischen Dingen, ich denke, wir alle dürfen uns hier auch neu erfinden. Ich gebe gerne zu meinen Sonnenkräutern Lavendel dazu oder auch Wermut.

Ich hoffe, ich konnte euch mal einen anderen Einblick in die Welt der Kräuter geben. Unsere Wild,- und Heilkräuter wurden nicht nur wegen seiner Heilkräfte gesehen oder weil sie einem ernährten. Unsere Vorfahren sahen in vielen Pflanzen auch eine große Magie. Ich wünsche euch eine tolle Sonnenwendenzeit und viel Freude beim Binden von Kräutersträußen oder Räucherbündel, eure

Tanka

Dazu kann ich einige gute Bücher empfehlen wie dieses hier:

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